Was ist Mobbing am Arbeitsplatz?
Mobbing am Arbeitsplatz ist wiederholte, gesundheitsschädliche Schikane durch eine oder mehrere Personen bei der Arbeit, einschließlich verbaler Beschimpfungen, Drohungen, Demütigungen, Sabotage deiner Arbeit oder Verhaltensweisen, die deine Fähigkeit beeinträchtigen, deine Arbeit zu erledigen. Es unterscheidet sich von einer einzelnen schlechten Interaktion oder gewöhnlicher Reibung am Arbeitsplatz; es ist ein Muster, oft mit einem Machtungleichgewicht, bei dem es der betroffenen Person schwerfällt, es zu stoppen. Es kann von einer Führungskraft, einer gleichgestellten Person oder sogar einer Gruppe ausgehen und ist häufig so subtil, dass Außenstehende es als "Persönlichkeitskonflikte" oder "so ist diese Führungskraft eben" abtun.
Anzeichen, dass du damit zu tun haben könntest
- Du fürchtest die Arbeit oder hast einen Knoten im Magen vor Besprechungen mit einer bestimmten Person
- Du wirst von Informationen, Meetings oder Entscheidungen ausgeschlossen, die deine Arbeit betreffen
- Deine Arbeit wird unfair kritisiert, dir wird die Anerkennung dafür genommen oder sie wird sabotiert
- Du wirst angeschrien, vor anderen gedemütigt oder ständig mit Sarkasmus und abwertenden Bemerkungen überzogen
- Unmögliche oder ständig wechselnde Fristen und Erwartungen, die darauf ausgelegt sind, dich scheitern zu lassen
- Körperliche Symptome wie Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen oder Angst, die an Wochenenden oder im Urlaub nachlassen
Ein paar Dinge, die du heute ausprobieren kannst
- Lege eine Dokumentation an. Notiere Datum, Uhrzeit, was gesagt oder getan wurde und wer sonst anwesend war, möglichst direkt nach jedem Vorfall.
- Sichere Beweise. Leite relevante E-Mails oder Nachrichten an ein privates Konto weiter, damit du Kopien außerhalb der Firmensysteme hast.
- Suche Verbündete. Sprich vertraulich mit vertrauenswürdigen Kolleginnen und Kollegen; vielleicht bist du nicht die einzige betroffene Person, und Zeugenaussagen sind wichtig, wenn du eskalierst.
- Begrenze 1:1-Situationen. Wenn möglich, nimm eine Kollegin oder einen Kollegen dazu oder nutze E-Mail statt Gespräche ohne Zeugen mit der beteiligten Person.
- Schütze deine Abende. Plane täglich etwas außerhalb der Arbeit ein, auch wenn es nur kurz ist, damit die Situation nicht deine ganze Identität einnimmt.
Warum das so belastend sein kann
Mobbing am Arbeitsplatz ist stark mit Angststörungen, Depressionen und sogar Symptomen von posttraumatischem Stress verbunden, unter anderem weil die meisten Erwachsenen einen großen Teil ihrer wachen Zeit und ihres Kompetenzgefühls mit Arbeit verbringen. Anders als bei einer schwierigen Kundin oder einem schwierigen Kunden oder einem einmaligen Konflikt ist es andauernd und geschieht oft in einem System, das dich eigentlich schützen sollte, was dazu führen kann, dass Menschen ihr eigenes Urteilsvermögen infrage stellen oder sich selbst die Schuld geben. Finanzielle Abhängigkeiten, der Bedarf an Job, Leistungen oder Referenzen, können Menschen außerdem in Situationen festhalten, die sie sonst verlassen würden, und dem Stress eine zusätzliche Ebene von Ohnmacht hinzufügen.
Wann du professionelle Hilfe suchen solltest
Ziehe in Betracht, mit einer Therapeutin oder einem Therapeuten zu sprechen, wenn der Stress deinen Schlaf, deine Stimmung, deine körperliche Gesundheit oder deine Beziehungen außerhalb der Arbeit beeinträchtigt oder wenn du Gedanken an Selbstverletzung hast. Es lohnt sich auch, eine Anwältin oder einen Anwalt für Arbeitsrecht oder die Arbeitsbehörde deines Landes zu konsultieren, wenn das Mobbing mit geschützten Merkmalen wie Herkunft, Geschlecht, Behinderung oder Alter zusammenhängt, da es dann eher illegale Belästigung als "nur" Mobbing sein kann. Eine therapeutische Fachperson mit Erfahrung in arbeitsbezogenen Traumata kann dir außerdem helfen, Selbstvertrauen wieder aufzubauen und die nächsten Schritte zu entscheiden, ob das Bleiben, Melden oder das Planen eines Ausstiegs ist.
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