Wenn jemand, der dir wichtig ist, eine schwere Zeit durchlebt, ist es normal, nicht zu wissen, was man sagen soll. Deine ruhige Anwesenheit kann mehr zählen als perfekte Worte. Klare, direkte Fragen und konkrete Unterstützung können helfen, die Sicherheit dieser Person zu wahren. Wenn du dir Sorgen um die unmittelbare Sicherheit der Person machst, kannst du die Krisennummern oben im Banner auch selbst anrufen. Sie sind auch für Angehörige und Unterstützende da, nicht nur für die Person in der Krise.
Einige Dinge, die du heute ausprobieren kannst
- Höre zu, ohne vorschnell Probleme lösen zu wollen; gib wieder, was du hörst, und frage, welche Unterstützung jetzt helfen würde.
- Wenn du ein Suizidrisiko befürchtest, frage direkt: „Denkst du daran, dir das Leben zu nehmen?" Direktes Nachfragen erhöht das Risiko nicht.
- Bleib auch dann noch da, wenn die akute Krise vorbei zu sein scheint. Ein kurzes Nachfragen ein paar Tage oder Wochen später zeigt oft mehr echte Anteilnahme als große Gesten im Moment selbst.
Wenn Hilfe abgelehnt wird
Manchmal möchte die Person, um die du dich sorgst, keine Hilfe, zumindest noch nicht. Das ist wirklich schwer auszuhalten, aber in den meisten Situationen kannst du niemanden zu einer Behandlung zwingen (enge Ausnahmen betreffen akute Gefahr, dann greifen die Notfalldienste ein). Einiges wirkt meist besser als Druck oder Drohungen:
- Sag, was du beobachtet hast und wie es auf dich wirkt, statt eine Diagnose zu stellen: „Mir ist aufgefallen, dass du in letzter Zeit sehr niedergeschlagen wirkst, und ich mache mir Sorgen um dich" kommt anders an als „Du brauchst Therapie".
- Frage, was – falls überhaupt etwas – sich für die Person wirklich hilfreich anfühlen würde, statt für sie zu entscheiden. „Gerade nichts" ist trotzdem hilfreiche Information, kein Scheitern.
- Mach es leicht, später Ja zu sagen. Ein ruhiges Angebot, das du gelegentlich über längere Zeit wiederholen kannst, hilft oft mehr als wiederholter Druck in einem einzigen Gespräch. Mach klar, dass du da bleibst.
- Konzentriere dich auf das, was tatsächlich in deiner Kontrolle liegt: eigene Grenzen, eigene Unterstützung, in Kontakt bleiben – statt zu versuchen, die Entscheidungen der Person zu steuern.
Wenn die Ablehnung mit einer konkreten Sorge zusammenhängt (eine schlechte frühere Erfahrung mit Arzt oder Therapeut, Kosten oder Angst vor Bewertung), hilft es meist mehr, diese Sorge klar zu benennen und gemeinsam Lösungen zu suchen – etwa gemeinsam nach gestaffelten Preisen zu schauen, siehe Erschwingliche Therapie – als immer wieder zu sagen: „Du solltest wirklich gehen".
Das ist etwas anderes als eine akute Sicherheitslage. Wenn jemand in Gefahr ist, sich selbst oder andere zu verletzen, nutze die Krisenressourcen im Banner oben, statt darauf zu warten, dass die Person Hilfe annimmt.
Jemanden zu begleiten, der Unterstützung nicht annimmt, kann dich auszehren. Es ist in Ordnung, Grenzen zu haben und eigene Unterstützung zu holen – Burnout hat mehr zu Erschöpfung bei Angehörigen, und Gespräche mit der eigenen Therapeutin oder dem eigenen Therapeuten oder einer Angehörigengruppe können helfen, das langfristig durchzuhalten.
Für weitere Informationen
- Telefonseelsorge – Kostenlose, anonyme Beratung rund um die Uhr, telefonisch und per Chat, auch für Angehörige.
- HelpGuide.org – Gemeinnützige Leitfäden für Familien, Unterstützende und Betroffene von psychischen Schwierigkeiten.
- 988 Suicide & Crisis Lifeline – US-amerikanische Sofort-Krisenunterstützung und Informationen, wie man jemandem sicher helfen kann.
- psychenet.de – Kostenlose, wissenschaftlich fundierte Informationen zu psychischer Gesundheit und Online-Interventionen (Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf).
Dies sind allgemeine Startpunkte, keine Diagnose und kein vollständiger Behandlungsplan.